Da Lilly weiterhin hier in Texas ihr Unwesen treibt, muss Sie auch selber darüber schreiben

Aufgrund diverser Shoppingtouren etwas verspätet, aber hier ist der nächste Beitrag von Lilly:
Neujahr war ich bei Kaiserwetter mit Natascha in Old Town Spring, einer kleinen, alten Eisenbahnerstadt ca. 24 Meilen von Kai und Ela entfernt. Meine erste längere Autofahrt im amerikanischen Straßenverkehr. Die Straßen sind hier so breit, das sie immer dazu verführen, zu schnell zu fahren. Es ist auch schwer zu verstehen, warum man auf den innerstädtischen „Autobahnen“ nur ca. 80 km/h schnell fahren darf. Hat aber alles ganz gut geklappt. Die Ampeln sind noch etwas gewöhnungsbedürftig, weil sie auf der anderen Straßenseite sind. Das System leuchtet mir allerdings ein, denn man muss sich nicht den Hals verrenken, um die Ampel sehen zu können.
Die Eisenbahnerstadt ist ca. 1 km lang und 500 m breit und besteht aus winzigen Holzhäusern, eingeschossig, mit kleinen Veranden und in jedem ist ein anderes Geschäft. Sogar ein „German Gift House“ gibt es. Aufgemalt war dort, wer hätte es gedacht, eine Kuckucksuhr. Wie nicht anders zu erwarten, hatten jedoch die meisten Geschäfte zu und so war das Einzige, was wir nahrungstechnisch dort zu uns nehmen konnten, ein Kaffee, eine Cherry-Coke und ein „Fried-Snickers“, also ein Snickers im Teigmantel frittiert. Sehr süße Angelegenheit. Die wenigen offenen Geschäfte haben wir natürlich besucht. Ein Klamottenladen, winzig und verwinkelt, einen Trödelladen, vor dem eine Frau saß, die aussah wie 100 und als ob sie Ihren eigenen Hausstand dort verkaufen würde, ein texanischer Andenkenladen und noch ein Laden in dem es Wohnassecoires gab. Den texanischen Andenkenladen hatten wir als erstes entdeckt und beschlossen auf dem Rückweg zum Auto dort noch mal einzukehren um ein paar Andenken zu kaufen. Für Biene hatte ich ein texanisches Kochbuch ins Auge gefasst, für mich selber ein paar Kühlschrankmagneten und Teaxasflaggenservietten. Aber leider machte der Laden direkt vor unserer Nase zu, als wir zum Auto zurückkehrten. Also keine Andenken.
Abends hat Kai uns dann Burger auf dem Grill gemacht. Oberlecker! Und diesmal habe ich dem Burger auch nicht gezeigt, dass ich Angst vor ihm hatte und habe ihn vollständig verspeist mit Maiskolben! Man gewöhnt sich langsam an die Größenordnungen hier, die so ein Burger haben kann. Kai ist davon überzeugt, dass ich mit 4 Kilo mehr nach Hause fliegen werde, davon glaube ich noch nix...